Tödliches „Recycling“
Vieh- und Wildzäune gehören ins Bild der befarmten Landschaft Namibias. Sie bestehen aus sehr starkem Stahldraht und sind nur mit kräftigen Zangen zu durchschneiden. Fleischwilderer fertigen aus diesem Draht sehr funktionelle Schlingen, mit denen ganze Landstriche „vermint“ werden, um Antilopen und Zebras zu fangen. Über Tage und Wochen kann das Fleisch geerntet, zu „Biltong“ gemacht und verkauft werden.
Oft sterben mehr Tiere, als gefunden werden, und die Kadaver verrotten im Draht. Und Schlingen bleiben über Monate und sogar Jahre funktionstüchtig. Stirbt ein Tier nicht qualvoll über Tage an Strangulation und Durst, reißt es sich mitsamt der festgezogenen Schlinge noch erfolgreich los, verendet aber später nicht weniger leidvoll an Sepsis.
Auch Nashörner sind von diesen Schlingen bedroht. Bevor sie sich losgerissen haben, hat sich der Draht bereits so tief ins Fleisch hineingeschnitten, dass dem Tier der Sepsis-Tod sicher ist, wenn dies nicht schnellstens entdeckt wird … Hier kann evtl. nur noch ein sehr kostenaufwändiger Rettungseinsatz helfen.
